
stefan knittler
Stefan Knittler
Manchmal kommt der Erfolg erst im dritten Anlauf. So auch für Stefan Knittler. Der ehemalige Schlagzeuger macht nun als kölscher Liedermacher Karriere. Und wird dafür mit einem Vertrag bei einer großen Plattenfirma belohnt: beim Rhingtön-Label der EMI. „Die EMI war für mich als Kölner halt schon immer die Plattenfirma schlechthin. Bei denen waren die Beatles, bei denen waren die Bläck Fööss” sagt Stefan Knittler sichtlich stolz.
Am 7.11. erscheint sein erstes (Mini-) Album (EP). Darauf wird es dann neben den zwei bereits bekannten Songs „Do un Ich“ und Kumm loss mer singe“ 5 weitere ganz frische Songs geben und eine kölsche Version des R.E.M.-Hits „Shiny Happy People“. R.E.M. hat Stefan Knittler nach einigen Verhandlungen die Freigabe für das Lied erteilt: „Jot jelaunte Minsche“ nennt sich KNITTLERs Version auf Kölsch.
An der Karriere im Musikgeschäft war er schon einmal ganz nah dran, Ende der achtziger Jahre trommelte Stefan Knittler bei den „Bagdad Babies”. Diese Formation, die in Köln bis zu ihrer Auflösung 1992 als “Pop-Hoffnung” galt, war trotz zahlreicher Konzerte im Luxor, Stollwerck und E-Werk sowie ständigem Schulterklopfen und Lobeshymnen diverser Musikkritiker immer knapp am Durchbruch vorbeigeschrammt.
Ans Mikrofon hatte sich Stefan Knittler damals noch nicht gewagt. „Ich hab mich einfach nicht getraut. Meine Stimme gefiel mir nicht.” Auch nicht, als er Mitte der 90er Jahre einige Zeit in der Band von Rolly Brings, dem Vater von Peter und Stephan aus der Kölschrock-Truppe Brings, am Schlagzeug saß. Dabei hatte KNITTLER schon als Kind gerne gesungen. “Gitarre habe ich eigentlich auch immer schon gespielt. Genau wie Klavier.”
Auf die alten Stärken als Gitarrist und Sänger greift Stefan KNITTLER erst seit ein paar Jahren wieder zurück. Und das eher zufällig. So hatte er einige Zeit im Organisations-Team der “Loss mer singe”-Kneipentour mitgemacht, bei der in wechselnden Gaststätten aktuelle Karnevalslieder von CD vorgespielt, vom Publikum lautstark mitgesungen und bepunktet werden. Als die “Loss mer singe”-Crew eine eigene Karnevalssitzung veranstalten wollte und dazu auch Kräfte aus eigenen Reihen suchte, fühlte sich KNITTLER herausgefordert. „Das reizte mich. Das war für mich der Zeitpunkt, es nochmals mit der Musik zu versuchen.“
Unter dem Pseudonym „Der wahre Prince” bewarb sich Stefan Knittler für ein Casting. “Ich hab anonym ein Demo eingeschickt und wurde genommen.“ Seine eingekölschte Version des Prince-Hits „Purple Rain“ wurde zum Renner. „Ich wollt dir wirklich keine Ärjer maache, hat niemols vür, dir wieh zo dunn, do weiß, ich sin dich su jähn laache, ich wollt dich doch nur laache sin he in dem rude Rän.” Und der ganze Saal sang gleich den Refrain mit: “Rude Rän, rude Rän . . .”
Seitdem steht Stefan Knittler wieder auf der Bühne. Er schrieb kölsche Versionen weiterer Welthits – so wurde aus „We`ve got tonight“ von Ronan Keating „Mer han hück naach“ und aus „Camissa Negra“ von Juanez „Et schwatze Hemp” – , und nach langer Zeit auch mal wieder eine ganz eigenständige Komposition: „Kumm loss mer singe“. Dieses Lied wurde nicht nur schnell zur „halboffiziellen“ Vereinshymne der „Loss mer singe“-Bewegung, er erschien auf dem „Karneval der Stars“-Sampler und das Festkomitee Kölner Karneval wurde auf Stefan KNITTLER aufmerksam. Sein Lied war eingängig und traf den Nerv vieler: „Kumm loss mer singe, ob nu laut oder leis, dadrup kütt et nit an. Dat Jeföhl dat steck einfach an.“
Anfragen für Auftritte folgten, und aus dem Einzelsänger wurde mit „Stefan Knittler“ wieder eine Band. In seiner Band mischt vor allem „Bagdad Babies“-Überbleibsel Gitarrist Bert Geisen mit, mit dem Stefan Knittler bis auf einige Pausen schon seit der fünften Klasse auf Gymnasium musiziert. Geisen ist auch Arrangeur, Tontechniker und Ideengeber. Zu den „Fründe“ zählen neben Bassist Alex Börner und Schlagzeuger Vadim Medwedev auch noch Gitarrist Klaus Strenge und Tastenspieler Nikk Grundwald mit.
Am 9.11. wird Stefan Knittler sein Album im Kölner Luxor präsentieren. Und das nicht ohne Grund an einem Sonntagabend. Waren es doch die Sonntagabende, die im Luxor schon mehrfach zu großen Partyabenden wurden. Auch Guildo Horn und Sankt Punk rockten ihre Partie schon am Sonntagabend im Luxor. Und eine Party soll es auch mit KNITTLER werden, denn an diesem Abend spielt er sein ganzes Repertoire an eingekölschten Popsongs unter dem Motto:
knittler spillt: (p)op kölsch! Rock- und Pophits-Party – Live in kölscher Sprooch
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